Im UN-Sicherheitsrat ist es zu einem diplomatischen Eklat zwischen Frankreich und den USA gekommen. Die US-Vertreter verließen am Montag in einem höchst ungewöhnlichen Schritt die Sitzung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen, als Frankreichs UN-Botschafter Jérome Bonnafont das Wort ergriff. Französische UN-Vertreter hatten zuvor die USA mit dem autoritär regierten Nordkorea verglichen und damit in Washington Empörung ausgelöst.
Der Vergleich war bereits am Freitag geäußert worden, als die UN-Generalversammlung über eine vierjährige Verlängerung des Mandats von UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk abstimmte. Als eines von zehn Ländern, darunter Nordkorea, Nicaragua und Russland, sprachen sich die USA gegen die Verlängerung von Türks Amtszeit aus.
„Die USA waren einst ein Leuchtturm der Menschenrechte. Das sind sie nicht mehr“, schrieb daraufhin die französische UN-Vertretung in Genf. „Heute stehen sie isoliert an der Seite von Nordkorea, Nicaragua, Mali und Russland. Und die Welt hört ihnen nicht mehr zu.“
Washington reagiert empört auf Frankreichs Kritik
Der US-Diplomat Dan Negrea kritisierte am Montag diese französischen Äußerungen als „verlogene Effekthascherei“. „Es gibt ein Mitglied dieses Rates, das moralische Empörung heuchelt und so tut, als könne es uns alle zu jedem Thema belehren“, sagte Negrea offenbar in Bezug auf Frankreich.
Ces « leçons » concernaient même des sujets qui n’ont rien à voir avec la paix et la sécurité internationales, comme les droits de l’homme, a déclaré Negrea. C’est pourquoi les États-Unis avaient quitté la séance du Conseil de sécurité des Nations unies lors de l’intervention française.
La France et les États-Unis sont des membres permanents du Conseil de sécurité des Nations unies. Tous deux disposent du droit de veto. Lors de la séance de lundi, il était question de la guerre en Ukraine.